23.01.2015

Portrait André Fischer

Prof. Dr. André Fischer

European Neuroscience Institute
UMG Göttingen, Grisebachstr. 5
D-37077 Göttingen
Fon: 0551 - 39-10378
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Portrait Fabian Theis

Prof. Dr. Fabian Theis

Helmholtz Zentrum München
Ingolstädter Landstr. 1
D-85764 Neuherberg
Fon: 089 - 3187-4030
E-Mail: Mail an Theis



MicroRNAom Signaturen bei longitudinalemVerlauf der Schizophrenie: Biomarker und Pathomechnismen

Die Pathogenese komplexer neuropsychiatrischer Erkrankungen, wie z.B. der Schizophrenie, wird durch variable Kombinationen von genetischen und umweltbedingen Faktoren bedingt. Solche Faktoren können den Krankheitsverlauf positiv oder negativ beeinflussen. Epigenetische Prozesse regulieren als Schlüsselmechanismen Genom-Umwelt Interaktionen und werde mittlerweile auch in den Neurowissenschaften im Kontext kognitiver Prozessen untersucht. Zusätzlich zu den klassischen epigenetischen Mechanismen wie Histon-Modifizierung und DNA-Methylierung wurde auch für microRNAs gezeigt, dass diese epigenetischen Prozesse vermitteln können. MicroRNAs wurden kürzlich auch mit der Entstehung der Schizophrenie in Verbindung gebracht. Zudem weisen jüngste Daten und vorläufige Arbeiten darauf hin, dass das microRNAome als Biomarker für den longitudinalen Verlauf neuropsychiatrischer Erkrankungen dienen könnten. Daher nutzen wir in diesem Projekt Mausmodelle für schizophrene Phänotypen, um das microRNAom im Blut und im Hirn longitudinal zu bestimmen.

Ein besondere Fokus liegt dabei auf Genom-Umwelt Interaktionen. Dazu kommt ausschließlich Hochdurchsatz-Sequenzierung zur Anwendung, um das komplette kleine, nicht-kodierende RNAom quantitativ zu bestimmen. Diese Daten durchlaufen eine systembiologische Analyse, um Veränderungen des microRNAom mit krankheitsrelevanten Phänotypen zu assoziieren und Hinweise auf neuen Pathomechanismen zu gewinnen. Die Analyse der Mausmodelle wird durch die Analyse von
humanen Blutproben komplementiert, die ebenfalls im Verlauf untersucht werden und daher direkt mit den Daten aus Tiermodellen verglichen werden können. Es ist daher von der der Identifikation neuer microRNAom-basierte Biomarker-Signaturen für den Verlauf der Schizophrenie auszugehen und
gleichzeitigem Erhalt von Hinweisen auf Pathomechanismen und Schlüssel microRNAs, welche dann mechanistisch im Tiermodell untersucht werden sollen.